Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Freihalden

Im Zusammenhang mit der Geschichte der Feuerwehr von Freihalden sind natürlich besonders alte Aufzeichnungen über frühere Brände interessant. Der ältesten Notiz ist zu entnehmen, daß 1683 der Schwiegersohn des Andreas Diebutz, Jakob Wiedemann, abgebrannt ist. Er hatte aber die Absicht wieder aufzubauen und den Schwiegervater in seine neue Behausung mit aufzunehmen und ihm dort ein Zimmer einzuräumen. Fahrlässigkeit im Umgang mit Feuer wurde bestraft. 1720 hat Kaspar Kaiser entgegen einem Verbot "Flachs im Ofen gederret (=gedörrt)" und "solche Fahrlässigkeit gebraucht, daß das Feuer bereiths ausgeschlagen." Der Sünder mußte dafür 2 Dukaten Strafe "berappen". Offensichtlich bestanden damals schon Vorschriften zur Verhütung von Bränden. Zwischen 1817 und 1825 wird dreimal je 1 Gulden Strafe verhängt wegen Übertretung der Feuerordnung. Über einen Waldbrand berichtet Oberamtmann Banchero wörtlich:

"Anno 1760, den 14.April, hat die Herrschaft durch einen Waldbrand im Forst Dürrenberg einen sehr bedeutenden Schaden erlitten. Das Feuer entstand durch eine Unvorsichtigkeit des 58 Jahre alten Taglöhners Michael Ostertag von Freihalden, der für den Bader Leopold Hefmann von Jettingen in dem benannten Forstorte dürre Stöcke aushob, und um die Axten, damit sie besser schleifen, zu wärmen, auf einem schmalen Graswege Feuer aufmachte. Da das Feuer schnell um sich griff und außer dem Ostertag nur der Badergeselle Johannes Kreb, ein 20-jähriger Jüngling aus Fellheim(?), gräfl. Fuggersche Herrschaft Weißenhorn, zugegen war, so wurden diese beiden des Feuers nicht mehr Meister, bis es endlich, obwohl erst nach großem Unglück, von den herbeigeeilten Freihaldern und Jettingern gedämpft wurde."

In diesem Bericht finden wir also noch keinen Hinweis über einen organisierten Feuerschutz vor rund 200 Jahren. Lediglich freiwillige Helfer eilten zur Brandstelle. Im Jahre 1822 brach in Jettingen die bekannte, große Feuersbrunst aus, woran heute noch am Haus des Adlerwirts Bild und Text erinnern. Als Nachbarn beteiligten sich damals auch viele Freihalder bei der Brandbekämpfung. Ein weiterer Brand brach in Freihalden am 23.Juli 1825 in dem Haus des Söldners Anton Schäffler, Nr. 35 aus. Als Brandursache vermerkt der Chronist „..wahrscheinlich durch Unvorsichtigkeit des blöden (= geisteskranken) Weibes. Das Feuer entstand in der Küche und verzehrte das ganze Gebäude, griff jedoch nicht weiter um sich“. Weiter heißt es dann in der alten Aufzeichnung: "Der abgebrannte, ein wackerer Mann, erhielt das Assecuranz Capital zu 200 Gulden und ward von der hohen Gutsherrschaft und der Gemeinde, so wie auch aus der Nachbarschaft ansehnlich unterstützt." Die Brandversicherung war damals bereits vom Staat eingerichtet. Am 28. Februar 1833 nachmittags 3 Uhr geriet die vom Hause abgesonderte Hufschmiede des Paul Heinzelmann (Nr. 50) in Brand und wurde auch schnell vom Feuer verzehrt. Alle Gefahr für die angrenzenden Häuser waren aber durch tätiges Zusammenwirken der Einwohner abgewendet, so daß man keine fremde Hilfe nötig hatte.“ Heinzelmann, der im Herbst zum Gemeindevorsteher (=Bürgermeister) gewählt wurde, hat nochmals sein Haus vergrößert und die Schmiede eingebaut. Auch bei diesem Bericht finden wir noch keinen Hinweis auf eine Feuerwehr.
Es ist lediglich von der guten Zusammenarbeit der Mitbürger Freihaldens die Rede.


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